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Auf der E40 von Kiew nach Aachen

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Ich verließ also am Samstagabend das russische Territorium ohne ein gültiges Transitvisum besessen zu haben und erreichte den ukrainischen Grenzposten bei Dunkelheit. Hier war wieder die Geduld des Wartens angesagt, aber dann plötzlich kam Bewegung auf. Zunächst kam ein Grenzbeamter und fragte nach meinem Paß, dann kam ein Zollbeamter und fragte mich, ob ich jemanden mitnehmen könne in den nächsten Ort, ca. 16 km entfernt. Es war wohl die Gunst der Stunde und ich sagte ihm zu, Nach ca. 10 Minuten hatte ich die Fahrzeugkontrolle hinter mir und den abgestempelten Reisepass in der Hand.

Auf den nächsten Kilometern mit meiner charmanten Beifahrerin ist mir klar geworden, wie und warum die Amerikaner und die NASA ihr Mondauto konstruierten. Ein solches Fahrzeug würde auf die vorgefundenen  Straßengegebenheiten vortrefflich passen. Das Fahren bestand hauptsächlich aus schaukeln, klettern und bremsen, Schlaglöcher in Großserie förderten die Konzentration zur Nachtzeit. Über den M02 erreichte ich im Morgengrauen Kiew und orientierte mich weiter zu meinem Ziel Lviv oder Lemberg. Ich hatte keine Navigation in der Ukraine und die Strecke mit den ganz wenigen Ausschilderungen zu finden, war schlicht anstrengend.

Nach Kiew und bei Tagesanbruch war es dann einfacher der nun häufig angeschriebene E40 zu folgen. Nach 1.800 km von Saratow und nach 31 h Fahrt- und “Ruhe”-Zeiten erreichte ich gegen 13 Uhr Lemberg. In Kasachstan bekam ich von zwei Traveller den Tipp im dortigen Hotel George zu übernachten. Glücklicherweise war noch ein Zimmer frei, in diesem aus dem 17ten Jahrhundert erbauten Hotel und ich konnte dieses auch sofort beziehen. Ich schrieb noch an meinem Blog, ging abends etwas essen und ich würde dieser Stadt nur Unrecht tun, diese in meinem halbschläfrigen Zustand versuchen zu beschreiben. Ich habe mir die Stadtbesichtigung aufgehoben für einen Besuch mit meiner Frau Christine und schlief dann sehr gut in einem Bett, indem wohl schon Jean Paul Sartre nächtigte. “Lache das Leben an!”

Hotel George im Morgenlicht.

Heute am Montag, 20.08.18 stand die letzte Etappe an, von Lemberg über die E40 nach Aachen. Die Route führte über Krakau. Kattowitz und Breslau nach Dresden und über Frankfurt nach Aachen. Nach ca. 1.600 km erreichte ich Aachen spätabends des 70-zigsten Reisetages.

Ankunft Aachen am 70zigsten Reisetag.

Es ist nach dieser eindrucks- und erlebnisreichen Reise nahezu unmöglich so kurz nach Reiseende ein Fazit oder Resümee zu ziehen. Ich möchte mich bei all meinen Leserinnen und Lesern des Reiseblogs bedanken, insbesondere auch bei denjenigen, die mit ihren Kommentaren anregendes und aufmunterndes öffentlich mir mitgeteilt haben. Mein besonderer Dank gilt meiner Frau Christine, die über all die Zeit unterstützend, beratend und motivierend aktiv war.

Silkroad-experience wird in neue touristische Produkte einfließen, daran möchte ich in naher Zukunft arbeiten.

Reiseroute durch 14 Länder und mit 18.790 gefahrenen Kilometern.

5 thoughts on “Auf der E40 von Kiew nach Aachen”

  1. I. Mayworm sagt:

    Hallo, Herr Härle,
    was für eine Reise! Ich habe ihren Reiseverlauf verfolgt und ihren Mut, ihre Zuversicht, Geduld und Ausdauer sehr bewundert. Mir wie vielen wundervollen Bildern, Erlebnissen und Eindrücken gefüllt, müssen Sie heimgekommen sein. Da staunte ich heute morgen, als ihr Wagen vor der Türe stand. Ich habe mich sehr für sie gefreut. Herzlich willkommen wieder in Aachen.
    I. Mayworm

    1. Besten Dank für den Willkommensgruß.

  2. Harald List sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zu dieser spannenden Reise und v.a. der glücklichen Heimkehr!
    Das nächste Mal aber doch lieber in einem VW-Bus, schätze ich mal… Da kann man besser durchatmen.

    1. Das mit dem VW-Bus war 1976 als ich nach Indien fuhr, sozusagen eine Indien-experience.

  3. HGZ sagt:

    Herzlich willkommen in der Heimat.

    Es war eine Reise mit Herausforderungen und ein spannender Blog

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