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Baikonur – was hat die Raumfahrt mit der Seidenstraße zu tun?

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Ich hatte mich am Mittwochnachmittag zeitig auf den Weg gemacht um zum russischen Konsulat zu fahren. Ich wollte Zeit gewinnen für meine Fahrt nach Kasachstan, die am Nachmittag beginnen sollte. Der visierte Reisepass bekam ich kurz vor der „Sprechstunde“ ausgehändigt, ich prüfte die Richtigkeit,bedankte mich und verabschiedete mich von der Sachbearbeiterein.

Die Ausfahrt aus Tashkent war problemlos und so erreichte ich den Grenzübergang schon gegen 15.30 Uhr. Die Abfertigung auf usbekischer Seite ging ziemlich „rasch“ vonstatten, bei der Einreise nach Kasachstan war eine Schlange von ca. 10 Fahrzeugen, die übewiegende Zahl mit russischer Zulassung.

Jeder Grenzübertritt hat seine eigene Facetten und sein ganz individuellen Ablauf. Hier musste ich erst einmal registriert werden, dann ging es zum Zoll. Der Beamte hatte unendlich viel Zeit und viele stille Fragen, die er meinte aus den Kfz-Papieren beantworten zu können. So dauerte es recht lange bis er die Angaben – wie es sich hinterher herausstellte – über Fahrgestellnummer, Kennzeichen, Baujahr und Farbe aus der Kfz-Schein dem „car passport“ entnommen hat.

Danach gab es ein Prüfablauf ob alle Dokumente vorliegen und der Paß wurde gestempelt. Erst dann kam der Zoll, der eine recht schnelle oberflächliche Prüfung vornahm. Mit Handschlag wurde ich verabschiedet.

Die Straße nach Shymkenk war super und ich kam gut voran. Zwischenzeitlich konnte ich meine Visakarte zum Bezahlen an der Tankstelle einsetzen und es ging weiter Richtung Nordwesten, den oberen Teil der Seidenstraße.

Moschee von Shymkenk im Abendlicht, Kasachstan.

Ich entschloß mich solange zu fahren wie die Fitness es zuließ und so brach die Dunkelheit herein und die Fahrt ging stetig auf einer autobahnähnlichen Strecke weiter. Volle Konzentration war dann gefragt, als die Straße nur noch 2 spurig ausgebaut war und ein starker Lkw-Verkehr mit Blendwirkung mir entgegen kam. Bei Tagesanbruch erreichte ich den Aralsee und Aralsk, in der Nacht hatte ich zwei „Schlafpausen“ eingelegt von je ca. 1 h. In Aralsk wechselte ich Euro in Rubel hier waren mir zwei Damen behilflich die mich zu der Bank hinlotsten. Aralsk ist ein Ort, wie ich in von Chicken in Alaska her kenne. Der Ort vertrocknet wie das Wasser des Sees verdunstet.

Straßenausschnitt Aralsk, Kasachstan.

Ich verprovisonierte mich mich mit Brot, Tomaten und eine Art Schinkenwurst, das Essen für die beiden Tage.

Auf der Strecke von Aralsk nach Oralsk über 1.200 km gibt es nichts was von besonderem Interesse sein könnte.

Steppenlandschaft mit Wüstencharakter.

Endlos erscheinende kasachische Steppe mit Pferdeherden und vereinzelten Rindern und dazwischen wenn der Wüstencharakter zunimmt,

Wüstenschiffe der Seidenstraße, Kasachstan.

Herden von Dromendaren und Kamelen, die besonders schön anzusehen waren mit ihren schwarzen Kamelhaarsäumen.

Kamel-Dromedar-Quadrologie, Kasachstan

Aber dann das Hinweisschild au das russische Raumfahrtzentrum Baikanor. Hier in der Steppe herrscht kontinentales Klima mit ständigem Hochdruck, beste Voraussetzungen für die Raumfahrt.

Hinweisschild Baikanor in der kasachischen Steppe.

Im Pamir hatte ich in Bulunkul und in Murgab mein Nichtschlafenkönnen mit Sternschnuppengucken bereichert. Die Klarheit des Alls, die Brillianz der Sterne und zwischendurch immer wieder das Herabsausen von Sternschnuppen in so hoher Zahl, wie man gar keine offenen Wünsche haben kann, sorgten fast für ein turbulentes star diying. In Baikanor herrschen im Sommer stabile Temperaturen von 40° und mehr und im Winter ähnlich hohe Temperaturen nur mit einem Minuszeichen vorangestellt. Wenn die Philosphie des Raumfahrtstartes bei Russen und Amerikaner gelich ist, so unterschiedlich sind die Rückkehroptionen. Die Amerikaner lasseen Ihre Raumkapsel ins Wasser klatschen, die Russen schlagen mit ihren Kapseln eben in der kasachischen Steppe auf. Welcher Aufprall ist denn der härtere?

Den Tag über fuhr ich Kilometer um Kilometer, am Nacchmittag passierte ich die einzige Stadt Atöque ca. 1,5 h Stunden vor Oralsk die ich am Abend kurz vor Sonnenuntergang erreichte.

Sonnenuntergang bei Oralsk.

Auch hier entschied ich mich weiterzufahren zum russischen Grenzdorf Ozinski. Nach zwei obligatorischen Schlafpausen ereichte ich das Dorf am Morgen. Von hier ging es zur Grenze auf abenteuerlichem Weg. Eine Straße war nicht vorhanden, es war teilweise eine Wüstensandfahrt mit aufgewirbeltem Staub der jegliche Sicht mir raubte. Für die 20 km darf man vorsichtige 1,5 h Fahrtzeit veranschlagen. Ich ereichte die Grenze nach Rußland am Freitagmorgen, 17.08. um 9 Uhr.

1 thought on “Baikonur – was hat die Raumfahrt mit der Seidenstraße zu tun?”

  1. Schorn, Winfried und Elga sagt:

    Lieber Herr Härle, voller Bewunderung und Respekt für Ihre tollen Leistungen haben wir sie auf Ihrem bisherigen, mit vielen Hindernisschen bestückten Weg auf der Seidenstraße verfolgt. Wir wünschen Ihnen für die weitere Rückreise alles erdenklich Gute und freuen uns auf ein gesundes Wiedersehen in Aachen.

    Ihre Elga und Winfried Schorn

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