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Entlang der Seidenstraße von Kermanshah nach Hamadan

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Nach dem Auschecken sprach ich mit dem Hotelbesitzer über seine Baumaßnahmen, die eine Renovierung eines alten Gebäudeteils zum Ziel haben. Danach steht dieses privatgeführte Hotel sicherlich auf meiner Empfehlungsliste.

Die Hauptsehenswürdigkeit von Kermanshah durfte ich mir nicht entgehen lassen zu besichtigen. Es ist die TekiyehMaoven ol-Molk, eine 1890 errichtete Gedenkstätte, um hier Passionsspiele in Gedenken des Todes Iman Hoseyn in Kerbala 680 aufzuführen.

Der Komplex besteht aus drei Teilen, die Hoseyniyeh mit den zentralen Innenhallen, die überkuppelte Zaynabiyeh und Abbasiyeh mit dem Innenhof und Garten.

Takyeh Maoven ol-Molk Komplex

 

Freskenabbildung der Kerbala-Schlacht in der Hoseyniyeh.

Blick ins Innere der Hoseyniyeh

Blick ins Innere der Zynabiyeh mit Innenhalle wo sich die Frauen versammeln

Abbasiyeh mit Wasserbecken und Garten.

Die Passionsspiele der Taziyeh-Trauerspiele sind im 16. Jahrhundert nachdem die Schia Staatsreligion geworden war, von den sawidischen Königen gefördert worden.

Danach kam ich gerade noch rechtzeitig um mein Auto aus dem Halteverbot wegfahren, bevor der Polizist einen Strafzettel ausschreiben konnte. Er machte stattdessen laut verbal mich auf seine Ordnungsmacht aufmerksam.

Auf dem Weg nach Hamadan bin ich dann in eine der vielen Radarfallen geraten. Ein Polizist zeigte an, rechts raus zu fahren und anzuhalten. Ich stieg aus und wurde von beiden Polizisten mit Handschlag begrüßt. Während ich mich versuchte gestikulieren zu erklären, daß ich kein Geschwindigkeitsschild gesehen hätte, sind zwei weitere Fahrzeuge rausgewunken worden. Ich sah, ein, daß Rumstehen kein Mittel zum Erfolg war, zog meine Geldbörse heraus und fragte wievel es kostet, worauf einer der beiden zum Polizeiauto ging, sich auf den Beifahrersitz setzte, meinen angebotenen Betrag ablehnte und stattdessen auf den größeren Schein zeigte. Ich reichte ihm die Banknote, die er sogleich in seiner Hand verschwinden ließ. Mit Handschlag wurde ich verabschiedet und mit ca. 5 Euro leichter setzte ich zur Weiterfahrt an.

In Hamadan konnte ich mit Hilfe zweier Jungs, die Richtung zum Hotel zielsicher einschlagen und war in wenigen Minuten am Hotel, welches mir von meinen Damen aus Täbriz empfohlen wurde. Hamadan, an den Ausläufern der Alvand Berge gelegen, ist eine der ältesten Städte des Iran, die Gründung liegt vermutlich 7.000 Jahre zurück und zählt somit auch zu einer der ältesten Städte unserer Welt.

Ich hatte mich mit Marjam auf halb sechs verabredet und sie brachte noch eine Freundin mit, Sie erklärte mir das Programm und wir machten uns zu Dritt auf zum – dem Hotel seinen Namen gebenden – Baba Ther Mausoleum. Hier befindet sich das Grabmal des Mystikers und Sufipoeten Baba Taher, der 1019 starb und zu den bedeutenden frühen Dichtern Irans gehört. Seine Gedichte, die oft die Liebe zum Inhalt haben, eigenen sich sehr gut, zur klassischen persischen Musik vorgetragen zu werden.

 

Anschließend stiegen wir auf den Hegmataneh Siedlungshügel, ein Areal von ca. 850 mal 450 Meter. Es wurden hier Straßen und Mauerreste der parthischen Stadtanlage ausgegraben.

Stadtanlage Hegmantaneh aus partischer Zeit

Im benachbarten Museum werden die Funde der Ausgrabungen wie Keramiken und Metallgefäße aus achämidischer, medischer und vorgeschichtlciher Zeit ausgestellt.

Museumsführerin vor Tourismus Rollup von Hamadan

Überrascht sah ich auf dem Rollup das Logo, das dem meinigen sehr ähnlich ist.

Im Museum sind auch die Artefakte von zwei Keilschrifttafeln aus der Zeit König Darius (522- 486 v. Ch.) und von König Xerxes I. (486-465 v. Ch.) zu sehen. Die Orginale sind im Ganj-Nameh-Tal, ca. 5 km außerhalb Hamadan gelegen, in den Fels eingeschlagen. Wegen des jahrhundertelang unverständlichen Inhalts gab man dem Tal dem Namen Ganj-Nameh oder „Schatzbrief“

Felsentafeln links von Darius, rechts von Xerxes und davor Marjam und ich

Die beiden Felder sind in 3 Textblöcken aufgeteilt, links werden altpersiche, in der Mitte neuelamische und rechts babylonische Zeichen verwendet. Da es sich beim Altpersischen um eine Buchstabenschrift handelt und bei den beiden anderen um Silbenschrift sich handelt, ist die linke Textversion die längere.

Am oberen Ende des Tals ist der Wasserfall für die iranischen Besucher die größere Attraktion.

Wasserfall am oberen Ende des Ganj Nameh-Tals.

Marjam bedauerte, daß nicht mehr Zeit war, mir ihre Stadt zu zeigen, sodaß wir uns dann darauf verständigten, daß ich in jedem Falle wiederkommen solle.

Kann man sich bei solch einer Freundlichkeit diesen Wünschen widersetzen?

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