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Persepolis und Shiraz

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Ich hatte mich am Vortag mit Shohreh für heute Donnerstag, 28.06. um 8 Uhr verabredet. Als ich um 7 Uhr die Reisetaschen ins Auto einladen wollte, kam mir eine Frau entgegen, die sich mit Shohreh vorstellte. Wir fühstückten gemeinsam und redeten dabei über die aktuellen politischen Verhältnisse. Es herrscht eine große Diskrepanz vor, was das Volk möchte und was das System ihm erlaubt. So werden die kommenden Wochen mit Negativschlagzeilen über dieses Land richtungsweisend werden.

Am Ticketschalter werden die obligatorischen 200.000 IRR Eintrittsgebühren verlangt und wir gehen der Sonne entgegen, die hinter dem Berg Kuh-e Rahmat mit 1620 m Höhe, hervorscheint. Am Fuße der prächtigen doppelseitigen Freitreppe mit je 111 Treppenstufen, die so niedrige Stufen haben, daß Pferde nicht scheuen hinauf- und herabgeritten zu werden. Gleichzeitig wurde auch an die Menschenansammlungen gedacht, die zu den Feierlichkeiten erschienen.

 

Freitreppe die zur Terasse Persepolis hinaufführt.

Parsa nannten die griechischen Geschichtsschreiber die Repräsentationsstadt, die König Darius I, im Jahr 512 v. Ch. erbauen ließ, was auf persisch Persepolis genannt wird. Persepolis ist also nicht als Stadt gegründet worden, sondern, um es im heutigen Jargon zu beschreiben, es war eine Eventstadt des achämidischen Weltreiches, welches zu der Zeit 28 Herrschaftsgebiete umfaßte. Diese Terasse von Persepolis erstreckt sich über eine Fläche von 455 x 300 Meter. Im ebenerdigen Stadtbereich von Parsa standen Lehmziegelhäuser hauptsächlich im Westen und Paläste der Adeligen südlich der Terasse.

Ersteigt man die Freitreppe mit ihren nur 10 cm hohen Stufen, so erreicht man das „Tor aller Länder“ ein Vorläufer der heutigen United Nations.

Tor aller Länder in Persepolis.

Deatailansicht Tor aller Länder.

Südlich davon betritt man den Apadana Palast. Hier auf einer Sockelempore von ca. 2,5 m empfing der König seine Besucher in der quatratischenzentralen Halle.

Eingang und Übersicht über den Apadana Palast.

Die zentrale Halle des Apadana, deren Fassungsvermögen bis zu 10.000 Personen betrug war 60 x 60 Meter groß mit 36 je 19,2 m hohen Säulen. Unter Xerxes I. war der Hundertsäulensaal bereits als Thronsaal ausgestattet.

Gut erhaltene Reliefs der Delegationen finden sich am südlichen Flügel der Ostseite des Apadana Palastes.

Ausschnitte Relief an der südlichen Ostseite.

Deatailansicht eines Releifausschnittes

Zum Abschluß passiert man den Palast des Xerxes, von dem man einen sehr guten Blick über die davorliegende Talebene hat. In dieser Ebene waren die eigentlichen Stadtbezirke gelegen. Da die Häuser aber aus Lehmziegel einfach gebaut waren, fielen sie der Erosion zum Opfer.

Blick über die Talebene vom Xerxes Palast.

Eine Kleinfamilie aus Beluchistan (Zahedan) fiel durch ihre farbenfreudige Kleidung beim Verlassen von Persepolis auf.

Vater mit seinen Kindern aus Beluchistan.

Wir machten uns dann auf, gemeinsam nach Shiraz zu fahren, was wir in einer guten Stunde erreichten. Shiraz, die Hauptstadt der Provinz Fars liegt ca. 1540 m hoch und hat 1.8 Mio Einwohner. Wegen der vielen Gärten und Parks ist sie als Stadt der Nachtigallen und Rosen bekannt. Hinzu kommt noch, daß sie als Stadt der Dichter gilt, da sich hier die Grabanlage des von allen Bevölkerungsschichten verehrten Hafis befindet.

Shohreh überzeugte mich,als erstes die Wichtigkeit des Hafis-Mausoleum kennenzulernen.

Das Mausoleum erreichen wir durch eine breit angelegte Gartenanlage, die übergeht in einen erhöhten Kolonnadenbau, dessen 4 mittlere Säulen aus dem Jahr 1779 stammen. Um 1939 wurde die Anlage erneuert, wobei man den dahinterliegenden Grabpavillion auf oktagonale Plattform schuf, an dessen Entwurf auch der französische Architekt Godard beteiligt war.

Das Hafis-Mausoleum in Shiraz.

Unter der baldachinartigen Kuppel, die die Form einer Derwischmütze hat, liegt der Alabastergrabstein mit eingravierten Natastaliq-Inschriften.

Shohreh rezidierte die Verse auswendig, was mich an meine Studienzeit erinnerte als ein junger iranischer Student auf Exkursionen dies mit gleicher Leidenschaft vortrug

 

Auf dem Weg zurück zum Auto überkam mich eine Übelkeit, sodaß ich Shohreh bat, mich zum Hotel zu lotsen und die Stadtführung zu beenden.

Am Nachmittag suchte ich eine Apotheke auf und nach längerer radebrechender Anamnese nahm ich ein Plister Amoxicillin 500 mit. Womöglich zollte ich den anstrengenden Tage Tribut, oder die aircon in den Hotels oder die kalten Drinks führten zu diesem Infekt.

Abends auf der Dachterasse des Hotels war ich dann für die Iranerinnen fast wie eine Attraktion, die sich in der Nähe von mir aufstellten, kokettierend ihren Tschador weit zum Kopfende zurück schoben und dann ein Selfi auslösten.

Ich versuchte mich zu erholen und stellte fest, daß – ich mochte es kaum glauben – ich wieder Zugang zu meinem Blog hatte. Nur das Einloggen bei meinen beiden iphones wollte nicht klappen.

 

3 thoughts on “Persepolis und Shiraz”

  1. Mahbob sagt:

    Im live in shiraz and i think shohareh has nice voice and graet performance❤️??

  2. Shohreh sagt:

    Thanks for your beautiful comments.
    I hope to see you guys soon

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