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Zeit der Entscheidung am Pamir

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Heute ist Samstag, 4. August und ich sitze an dem wohl schönsten Platz in Khorogh – auf der Terasse des Choi Khona Restaurant. Unter mir fließt der Panj gegenüber erheben sich die Berge majestätisch in den blauen, wolkenlosen Himmel.

Gestern am späten Nachmittag erhielt ich die Nachricht, daß die Ölwanne eingetroffen und montiert worden ist. Sie sei dicht war die positive Information, die negative folgte aber zugleich. Die Hydraulik der Lenkung hat eine Leckage. Inwieweit dies hier reparabel sei, kann erst nach vollständigem Ausbau der Lenkung am Montag geklärt werden, was aber mehrere Stunden Arbeit bedeutet.

Ich bin jetzt zwei Wochen in Khorogh und mußte die Entwicklung des eingeschlagenen Weges abwarten. Nun aber stehe ich vor der Entscheidung aktiv zu werden indem ich, um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, ein Lenkgetriebe nebst Ölleitung auf Verdacht bestelle oder Überlegungen anstelle, wie ich das Auto verkaufen und die Weiterreise organisieren kann. Die Lieferzeit der Ersatzteile wird geschätzte 14 Tage benötigen, die benötigten Ersatzteile selbst in Deutschland zu besorgen wird 8-10 Reisetage in Anspruch nehmen. Das Auto aus dieser quasi Notlage heraus zu verkaufen, verspricht auch kein besonders gutes Geschäft zu werden, aber garantiert eine administrative Erfahrung mehr mit dem Zoll und der Finanzbehörde.

Die einzigartige Bergwelt des Pamir besticht auch durch das nur hier vorkommende Bergschaft, das Marco Polo Argali. Bemühungen nichtstaatlicher Organisationen der vergangenen Jahren führten dazu, daß aus ehemaligen Wilderern nun professionelle Heger dieser besonderen Wildart geworden sind. Die Dorfgemeinschaften haben erkannt, daß die nachhaltige Hege einem wichtigen finanziellen Beitrag leisten kann, ihren Lebensstandard zu erhöhen. Die Regierung kommt dieser Entwicklung entgegen und erlaubt den streng limitierten Abschuß von 90 Bergschafen (Jahr 2018) durch Jäger aus der gesamten Welt. Der Bestand der Marco Polo Schafe wird mit über 30.000 Tiere in Tadschikistan angegeben. Läßt man die Beweggründe der Jäger einmal außen vor, so wird durch eine 12-14 tägige Jagdsafari ein vielfaches an Ertrag für die Communities erzielt, als diese z.B. durch Beherbergung und Bewirtung von durchreisenden Touristen oder von begeisterten Bergwanderern erreichen können. Bei Überlegungen zu Resourcennutzung und -verbrauch sind neben Umweltaspekten dem Jagdtourismus eine bedeutende Rolle zukünftig zuzuordnen.

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